MSM Nebenwirkungen & Warnungen: Was ist dran?

MSM Nebenwirkungen & Warnungen: Was ist dran?

Oct 01, 2026Claire

MSM wird immer häufiger als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt. Gleichzeitig finden sich im Internet viele unterschiedliche Aussagen zu möglichen Nebenwirkungen und Erfahrungen. Doch was ist wissenschaftlich belegt und was gehört ins Reich der Mythen?

Wir schauen genauer hin und trennen Studienergebnisse von persönlichen Erfahrungsberichten und unbelegten Behauptungen. So bekommst du einen klaren Überblick über das, was du über MSM wissen solltest.

Wichtig: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden nach der Einnahme ist eine ärztliche Abklärung der richtige Weg.

 

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist MSM und was macht es im Körper?

  2. Welche Nebenwirkungen sind tatsächlich dokumentiert?

  3. Woher kommen die Warnungen im Netz?

  4. Was Anwender:innen berichten

  5. Wer bei MSM vorsichtig sein sollte

  6. Wenn du MSM ausprobieren möchtest: So gehst du vor

  7. Kurz erwähnt: MSM und Herzrasen oder Blutdruck

  8. Meine persönliche Einschätzung

  9. Fazit

  10. Häufige Fragen zu MSM Nebenwirkungen

  11. Quellen

 

Was ist MSM und was macht es im Körper?

MSM, ausgeschrieben Methylsulfonylmethan, ist eine organische Schwefelverbindung, die in kleinen Mengen natürlich in einigen Lebensmitteln vorkommt, etwa in Obst und Gemüse. Chemisch betrachtet ist MSM das oxidierte Abbauprodukt von Dimethylsulfoxid (DMSO), einem verwandten, aber eigenständigen Stoff mit einem anderen Sicherheitsprofil.1

Als Nahrungsergänzungsmittel wird MSM meist in Kapsel- oder Pulverform angeboten. Für MSM gibt es keine zugelassenen Health Claims, also keine geprüften und bestätigten Aussagen zu einer bestimmten Wirkung. Deshalb machen wir in diesem Artikel bewusst keine Aussagen dazu, wofür MSM eingesetzt wird, sondern schauen uns ausschließlich an, was zur Verträglichkeit und zu möglichen Nebenwirkungen dokumentiert ist.

Welche Nebenwirkungen sind tatsächlich dokumentiert?

In den kontrollierten Studien, die es bislang zu MSM gibt, wurden am ehesten milde Verdauungsbeschwerden und Kopfschmerzen berichtet, insgesamt aber selten und meist nicht anders verteilt als in der jeweiligen Placebo-Gruppe.

In einer randomisiert-kontrollierten Pilotstudie mit 50 Frauen und Männern zwischen 40 und 76 Jahren mit Kniearthrose nahm eine Gruppe über 12 Wochen täglich 6 Gramm MSM ein, die andere ein Placebo.(2) Auffällige Veränderungen bei Blutdruck, Blutbild oder Blutungsneigung zeigten sich dabei nicht. (2) Menschen, die bereits Blutverdünner einnahmen, waren von der Teilnahme allerdings ausgeschlossen, sodass die Studie zu dieser Gruppe keine Aussage treffen kann.

Eine Übersichtsarbeit von Forschenden der University of Memphis, die verschiedene Studien und Berichte zur Sicherheit von MSM zusammenfasst, beschreibt MSM in den dort untersuchten Dosierungen als von den meisten Personen gut vertragen, mit wenigen und überwiegend milden Nebenwirkungen.(1) Daneben tauchen in Erfahrungsberichten weitere Beschwerden auf, etwa Hautreaktionen oder Schlafprobleme, teils auch innere Unruhe. Systematisch untersucht sind diese Angaben bislang nicht, sie lassen sich also weder bestätigen noch ausschließen.

Wie häufig einzelne Beschwerden auftreten, lässt sich aus den vorliegenden Studien nicht verlässlich beziffern. Die Teilnehmerzahlen sind klein, die Studiendauer liegt meist zwischen 12 und 16 Wochen, und untersucht wurde bislang fast ausschließlich an älteren Menschen mit Kniearthrose. Zur Langzeiteinnahme und zu anderen Gruppen, etwa jungen, gesunden Erwachsenen, fehlen entsprechende Daten fast vollständig. Warum manche Menschen Beschwerden entwickeln und andere nicht, ist aus den Studien nicht abschließend zu beantworten.

Woher kommen die Warnungen im Netz?


Ein großer Teil der MSM Warnungen im Netz geht auf zwei Dinge zurück: eine Verwechslung mit dem verwandten Stoff DMSO und einzelne, oft ungeprüfte Erfahrungsberichte.

MSM entsteht als oxidiertes Abbauprodukt von Dimethylsulfoxid (DMSO) (1), einem Lösungsmittel, das unter anderem äußerlich medizinisch angewendet wird und für das eigene Warnhinweise gelten. MSM selbst ist chemisch ein eigenständiger Stoff, Warnungen zu DMSO werden im Netz aber teils undifferenziert auf MSM übertragen.

Auch der Begriff „Schwefelallergie“ wird im Netz häufig sehr unspezifisch verwendet, mal für Medikamentenunverträglichkeiten, mal für Reaktionen auf schwefelhaltige Lebensmittelzusatzstoffe. Eine speziell auf MSM bezogene wissenschaftliche Untersuchung zu diesem Begriff gibt es nicht.

Dazu kommen Erfahrungsberichte aus Foren und sozialen Netzwerken. Sie schildern häufig Einzelfälle, meist ohne genaue Angaben zu Produkt, Dosis oder weiteren Einflussfaktoren, was es schwer macht, daraus eine verlässliche Aussage über MSM insgesamt abzuleiten. Ein weiterer Teil der Verunsicherung entsteht durch die Werbung selbst: Manche Anbieter versprechen mit MSM mehr, als die Studienlage hergibt, und enttäuschte Erwartungen werden dann bisweilen als „Warnung“ weitererzählt. Auch vereinzelt kursierende Hinweise auf eine schlechte Verträglichkeit mit Alkohol oder auf erhöhten Blutdruck und veränderte Leberwerte lassen sich anhand der von uns geprüften Quellen nicht bestätigen. Wenn du grundsätzlich mehr über Schwefel und MSM im Körper wissen willst, ist dieser Artikel vielleicht interessant für dich: MSM: Die Wirkung von Schwefel in deinem Körper.

Was Anwender berichten

In Erfahrungsberichten zu MSM tauchen am häufigsten Verdauungsbeschwerden und Kopfschmerzen auf, das deckt sich grob mit dem, was auch in Studien beschrieben wird.

Einzelne Berichte sagen dabei jedoch wenig über MSM als Wirkstoff aus. Es gibt keine Kontrollgruppe, mit der sich vergleichen ließe, ob eine Beschwerde tatsächlich mit der Einnahme zusammenhängt oder auch ohne MSM aufgetreten wäre. Erwartungen können die Wahrnehmung zusätzlich beeinflussen: Wer vorab von Nebenwirkungen gelesen hat, achtet oft genauer auf körperliche Signale, das nennt man Noceboeffekt. Andere Lebensumstände oder gleichzeitig bestehende Erkrankungen lassen sich aus einem einzelnen Erfahrungsbericht ebenfalls nicht herausrechnen.

Wer bei MSM vorsichtig sein sollte

Bei einigen Gruppen ist besondere Vorsicht sinnvoll, bevor sie MSM ausprobieren.

  • Schwangerschaft und Stillzeit: Dazu liegen keine ausreichenden Daten am Menschen vor. Das deutsche Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) empfiehlt deshalb, MSM-Präparate in dieser Zeit nicht ohne vorherige ärztliche Rücksprache einzunehmen. (3)

  • Kinder und Jugendliche: Auch hier rät das BVL von einer Einnahme ohne vorherige ärztliche Rücksprache ab. (3)

  • Cumarin-Antikoagulantien (bestimmte Blutverdünner): Für diese Wirkstoffgruppe nennt das BVL ausdrücklich eine Vorsichtsempfehlung. (3) Für andere Blutverdünner oder vor Operationen gibt es bislang kaum Daten, auch hier ist eine Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Apotheke sinnvoll.

  • Vorerkrankungen und regelmäßige Medikamenteneinnahme: Etwa bei Leber- oder Nierenerkrankungen ist eine vorherige Abklärung mit deiner Ärztin oder deinem Arzt der sicherere Weg.

Zur Einordnung: Das BVL hat 2013 festgelegt, dass aus dem EU-Ausland eingeführte Nahrungsergänzungsmittel mit MSM in Deutschland nur mit einer Tagesmenge von bis zu 50 Milligramm verkehrsfähig sind. (3) Das ist eine verwaltungsrechtliche Marktzugangsregel für importierte Produkte und sagt nichts über die Sicherheit höherer, in Deutschland regulär zugelassener Mengen aus.

Wenn du MSM ausprobieren möchtest: So gehst du vor

Ein paar einfache Schritte helfen dabei, typische Stolperfallen bei der Einnahme zu vermeiden.

  • Dosierung auf dem Produkt beachten: Die angegebene Tagesdosis wird nicht überschritten.

  • Einschleichen als praktische Option: Manche beginnen mit einer niedrigeren Menge und steigern erst nach einigen Tagen. Ob das Beschwerden reduziert, ist wissenschaftlich nicht geprüft, es ist aber eine mögliche praktische Herangehensweise.

  • Ausreichend trinken: Ein allgemeiner Tipp bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, für MSM speziell aber ohne eigenen Beleg.

  • Bei Beschwerden pausieren: Halten sie an oder werden sie stärker, ist eine ärztliche Abklärung der nächste Schritt.

  • Beim Kauf auf Transparenz achten: Vollständige Angaben zu Inhaltsstoffen, Herkunft und eingesetzten Zusatzstoffen erleichtern eine informierte Entscheidung.

Kurz erwähnt: MSM und Herzrasen oder Blutdruck

Zu Herzrasen im Zusammenhang mit MSM gibt es bislang keine kontrollierten Studien, nur vereinzelte Erfahrungsberichte ohne Kontrollgruppe. Auch zu Blutdruckveränderungen ist die Datenlage dünn: Die weiter oben beschriebene Kniearthrose-Studie fand hier keine auffälligen Veränderungen, allerdings unter Ausschluss von Menschen mit Blutverdünner-Therapie.(2) Bei anhaltendem Herzrasen oder auffälligem Blutdruck gilt in jedem Fall: ärztlich abklären lassen.

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Wenn du deine Routine ergänzen möchtest, kann N°12 Antiflamm von CLAV eine Option sein. Die Kapseln enthalten MSM als Quelle organischen Schwefels, ergänzt um folgende Pflanzenextrakte:

  • Weihrauch-Extrakt: aus dem Harz des Boswellia-Baumes.

  • Ackerschachtelhalm-Extrakt: auch als Zinnkraut bekannt.

  • Gotu-Kola-Extrakt: aus der gleichnamigen Pflanze.

  • Ingwer-Extrakt: aus der Ingwerwurzel.

Die Kapselhülle ist pflanzlich, das Produkt ist vegan. Laut Verzehrempfehlung werden täglich 4 Kapseln unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen, die angegebene Tagesdosis wird nicht überschritten.

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Meine persönliche Einschätzung

Was mir bei der Recherche zu diesem Artikel aufgefallen ist: Die Studienlage zu MSM ist im Vergleich zu vielen anderen Nährstoffen schmal, aber innerhalb dieser schmalen Basis erstaunlich konsistent. Immer wieder dieselben milden Beschwerden, vor allem im Verdauungstrakt und bei Kopfschmerzen.

Trotzdem würde ich daraus nie ableiten, dass MSM für jede Person automatisch unproblematisch ist. Eine kleine Studie mit 50 Teilnehmenden über 12 Wochen ist etwas anderes als ein Beleg für Sicherheit über Jahre hinweg oder bei jeder Vorerkrankung. Deshalb versuche ich hier eine ehrliche Zwischenbilanz zu ziehen: was tatsächlich untersucht wurde und was offen bleibt. Wenn du unsicher bist, ob MSM zu deiner aktuellen Situation passt, ist das Gespräch mit deiner Ärztin oder deinem Arzt in jedem Fall hilfreicher als ein Forenpost.

Fazit

MSM wurde in den bislang verfügbaren Studien überwiegend gut vertragen, berichtete Nebenwirkungen waren meist mild und betrafen vor allem Verdauung und Kopfschmerzen. Gleichzeitig ist die Datenlage schmal: Die Studien sind klein, kurz und fast ausschließlich an älteren Menschen mit Kniearthrose durchgeführt worden. Wer nach „MSM Warnung“ gesucht hat, bekommt hier die ehrlichste Antwort darauf: Studienlage und Erfahrungsberichte sind zwei unterschiedliche Dinge und verdienen unterschiedliches Gewicht bei deiner Entscheidung.

Ein praktischer erster Schritt, falls du MSM ausprobieren möchtest: Notiere dir vor der ersten Einnahme kurz, welche der typischen Beschwerden bei dir ohnehin gelegentlich vorkommen. So lässt sich später leichter einordnen, was tatsächlich neu dazugekommen ist. Gehörst du zu einer der oben genannten Gruppen, für die besondere Vorsicht gilt, ist ein kurzes Gespräch mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder in der Apotheke der sinnvollste erste Schritt.

Häufige Fragen zu MSM Nebenwirkungen

Ist MSM gefährlich?

Aus den bislang verfügbaren, allerdings kleinen und kurzen Studien ergeben sich keine Hinweise auf schwerwiegende Nebenwirkungen bei den dort untersuchten Dosierungen. Für bestimmte Gruppen, etwa in Schwangerschaft und Stillzeit oder bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme, gelten besondere Empfehlungen, weshalb hier eine ärztliche Rücksprache sinnvoll ist.

Welche Nebenwirkungen hat MSM?

Am häufigsten werden in Studien und Erfahrungsberichten Verdauungsbeschwerden wie Blähungen oder weicher Stuhl sowie Kopfschmerzen genannt. Seltener werden auch Müdigkeit oder Konzentrationsprobleme berichtet. Wie häufig diese Beschwerden im Einzelnen auftreten, lässt sich aus den bisherigen kleinen Studien nicht verlässlich beziffern.

Kann MSM Kopfschmerzen verursachen?

Kopfschmerzen gehören zu den am häufigsten genannten Beschwerden im Zusammenhang mit MSM. Ein eindeutiger Wirkmechanismus dafür ist bislang nicht untersucht. Halten die Kopfschmerzen an, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll, um andere Ursachen auszuschließen.

Darf ich MSM in der Schwangerschaft nehmen?

Für Schwangerschaft und Stillzeit liegen keine ausreichenden Daten am Menschen vor. Das BVL empfiehlt deshalb, MSM-Präparate in dieser Zeit nicht ohne vorherige ärztliche Rücksprache einzunehmen. Sprich diese Frage am besten direkt mit deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt ab.

Was tun bei Beschwerden nach der Einnahme?

Bei Beschwerden nach der Einnahme ist es sinnvoll, MSM zunächst zu pausieren und zu beobachten, ob sich die Beschwerden bessern. Halten sie an oder werden sie stärker, ist eine ärztliche Abklärung der nächste Schritt. Notiere dir am besten, seit wann welche Beschwerden bestehen, das erleichtert das Gespräch in der Praxis.

Passend dazu: MSM: Die Wirkung von Schwefel in deinem Körper, Weihrauch und MSM

Quellen

  1. Butawan M, Benjamin RL, Bloomer RJ. Methylsulfonylmethane: Applications and Safety of a Novel Dietary Supplement. Nutrients. 2017;9(3):290. doi: 10.3390/nu9030290. PMID: 28300758. Übersichtsarbeit, die Anwendungsgebiete und Sicherheitsdaten zu MSM aus verschiedenen Studien und Berichten zusammenfasst.

  2. Kim LS, Axelrod LJ, Howard P, Buratovich N, Waters RF. Efficacy of methylsulfonylmethane (MSM) in osteoarthritis pain of the knee: a pilot clinical trial. Osteoarthritis Cartilage. 2006;14(3):286-294. doi: 10.1016/j.joca.2005.10.003. PMID: 16309928. Randomisiert-kontrollierte Pilotstudie mit 50 Teilnehmenden mit Kniearthrose über 12 Wochen, hier ausschließlich zur Nebenwirkungsdatenlage herangezogen.

  3. Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Bekanntmachung einer Allgemeinverfügung gemäß § 54 LFGB für Nahrungsergänzungsmittel mit Zusatz von Methylsulfonylmethan (BVL 13/01/022). 25. November 2013. Offizielle deutsche Behördenregelung zu Höchstmengen und Personengruppen, für die besondere Vorsicht empfohlen wird.




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