CLAV Magazin L-Carnitin Titelbild

Abnehmen mit L-Carnitin - Geht das wirklich?

L-Carnitin wird von Leistungssportlern genommen und soll beim Abnehmen helfen. Ob das wirklich der Fall ist, erfährst du in diesem Beitrag.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist L-Carnitin?
  2. Hilft L-Carnitin wirklich beim Abnehmen?
  3. L-Carnitin beim Training
  4. L-Carnitin Nebenwirkungen
  5. Wer sollte L-Carnitin supplementieren?
  6. Fazit
  7. Quellen

 

Was ist L-Carnitin?

L-Carnitin ist eine Verbindung aus Aminosäuren, die im menschlichen Körper gebildet wird. Sie kommt vor allem im Muskelgewebe, im Herz und im Gehirn vor und hilft dem Körper dabei, Fettsäuren in Energie umzuwandeln.

Auf diese Weise soll der Wirkstoff den Stoffwechsel anregen und Fettpölsterchen schmelzen lassen. Auch von Sportlern wird die Substanz gerne eingenommen, da das Carnitin durch seine fettverbrennende Wirkung die körperliche Leistung steigern und körpereigene Glykogenreserven schonen soll.

Das Carnitin kommt überwiegend in tierischen Produkten wie Rindfleisch sowie in anderen Lebensmitteln vor. Carnitin kann allerdings auch als Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen werden. Diesen gibt es meistens in Form von Kapseln oder als lösliches Pulver.

Hilft L-Carnitin wirklich beim Abnehmen?

Was ist also an dem Mythos vom Abnehmen mit L-Carnitin dran? Ist es wirklich möglich, mit der bloßen Einnahme des Wirkstoffes einen straffen und durchtrainierten Körper zu bekommen, wie es häufig in der Werbung versprochen wird?

Unsere Muskulatur kann bis zu 25 Milligramm Carnitin aufnehmen. Das liegt über der Menge an Carnitin, die unser Körper selbst herstellt. Die Einnahme einer geringen zusätzlichen Menge an Carnitin sorgt also für maximal gefüllte L-Carnitin-Speicher.

Bis heute gibt es allerdings noch keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass L-Carnitin wirklich beim Abnehmen helfen soll. In Studien wurde jedoch nachgewiesen, dass L-Carnitin aktiv am Fettstoffwechsel beteiligt ist. Es hilft nämlich bei dem Abtransport von aktivierten langkettigen Fettsäuren.

L-Carnitin ist aber nicht nur an deinem Fettstoffwechsel beteiligt. Die Aminosäure kommt auch in verschiedenen Organen wie Leber, Nieren, Herz- und Skelettmuskulatur vor.


CLAV Magazin Melatonin Inhaltsbild

 

L-Carnitin beim Training

Von Sportlern wird L-Carnitin zur legalen Leistungssteigerung genutzt. Jedoch ist auch hier nicht genau nachgewiesen, ob dieser Effekt wirklich auf L-Carnitin zurückzuführen ist.

Die Idee ist folgende: Durch den bereits erklärten Einfluss von L-Carnitin auf den Fettstoffwechsel, sollen Fette als Energiequelle leichter für den Körper zur Verfügung stehen. Das führt zu einer Einsparung von Energie aus anderen Energiespeichern (Glykogenspeicher).

Dies soll zu einer verlängerten Leistung im Ausdauersport führen. In Studien konnte die Wirkung bisher noch nicht eindeutig geklärt werden. Während das L-Carnitin in einigen Studien tatsächlich eine Leistungssteigerung herbeiführte, hatten in anderen Studien die Sportler keinen Vorteil durch die Einnahme.

L-Carnitin Nebenwirkungen

Als erwiesen gilt, dass eine zu hohe Menge des Stoffes die positiven Wirkungen von L-Carnitin umkehrt und zu einer Leistungsverschlechterung führt. Gleiches lässt sich auch für die Einnahme des Wirkstoffes zur Gewichtsabnahme sagen.

Da der Körper über die Muskulatur höchstens 25 Milligramm Carnitin aufnehmen kann, wird der Überschuss über den Urin ausgeschieden. Bei einer zu hohen Dosierung von L-Carnitin, kann es zu Magen-Darm Beschwerden und Schlafproblemen kommen. Eine dauerhaft überhöhte Einnahme der Aminosäure soll zudem den Nährboden für schädliche Bakterien im Darm zu erhöhen.

Wer sollte L-Carnitin supplementieren?

Gesunde Menschen stellen bereits eine ausreichende Menge an L-Carnitin über den natürlichen Stoffwechsel her. Lediglich chronisch kranke Menschen sowie Vegetarier und Veganer haben ein höheres Risiko, einen Carnitinmangel zu bilden. Dieser kann sich über einen längeren Zeitraum negativ auf die Prozesse und Organe auswirken, an denen L-Carnitin beteiligt ist.

Fazit

Ist Carnitin also nun die Wunderwaffe, um die Pfunde purzeln zu lassen? Dafür spricht wissenschaftlich gesehen nicht viel. Wie bei anderen Abnehmprodukten auch, verlierst du nicht alleine durch die Einnahme eines einzigen Stoffes an Gewicht. Um abzunehmen, ist das Kaloriendefizit entscheidend.

Dieses erreichst du, indem du dich bewusst ernährst und dich ausreichend bewegst oder besser noch regelmäßig trainierst. L-Carnitin kannst du hier als Nahrungsergänzung zu dir nehmen. Achte jedoch darauf, dass für die Aminosäure nicht das Motto „mehr ist mehr“ gilt.

Dein Körper produziert täglich etwa 16 Milligramm an Carnitin. Deshalb sind bereits kleine Dosierungen von etwa 3 bis 5 Milligramm als Nahrungsergänzung ausreichend. 

Quellen

Alle unsere Artikel werden von Ernährungswissenschaftlern geschrieben und von Fachexperten auf inhaltliche Qualität geprüft.

vorheriger Artikel
Zurück zum Blog
nächster Artikel