Senföle - Warum wir mehr Meerrettich und Wasabi essen sollten

Freunde der ostasiatischen Küche wissen ihn zu schätzen, den scharfen Geschmack des Wasabi, einer Paste (selten Pulver) aus Eutrema japonicum, auch Japanischer Meerrettich oder Wassermeerrettich genannt. Kaum einer weiß jedoch, dass diese nicht zufällig gereicht wird. Etwa zum, auch bei uns, immer beliebter werdenden Sushi. Eutrema japonicum ist eine Pflanzenart aus der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). Sie bildet unterirdische Sprossachsen (Rhizome), die in der japanischen Küche als Gewürz verwendet werden. Die Zellen der Kreuzblütengewächse speichern schwefelhaltige Verbindungen, die durch enzymatischen Abbau u.a. leicht flüchtige Aromastoffe, sogenannte ätherische Senföle, freisetzen. Und genau um diese Senföle geht es, haben sie doch eine ausgeprägte antimikrobielle Wirkung. Somit lässt sich auch, der in Sushi enthaltene rohe Fisch, (Lachs, Thunfisch) ohne Reue genießen. Interessanterweise wird im viele tausend Kilometer entfernten Europa roher Lachs mit einer Meerrettich-Paste verzehrt. Es handelt sich hierbei jedoch nicht um Eutrema japonicum sondern um die Art Armoracia rusticana ebenfalls aus der Familie der Kreuzblütengewächse, deren Wurzel ein ähnliches Inhaltsstoffspektrum aufweist. Da roher Fisch, in Folge bakterieller Verunreinigung leicht verderblich ist, haben sowohl Wasabi- als auch Meerrettich-Paste nicht nur geschmackliche Vorzüge, sondern erfüllen gleichzeitig noch eine Schutzfunktion.

Wasabi, antimikrobielle Wirkung, Senföle

Auch in der Medizin macht man sich diese Eigenschaften zunutze. Da die antimikrobiell wirkenden Senföle sowohl resorbiert und in die Blutbahn übernommen werden, als auch als flüchtige Substanzen über die Speiseröhre wieder aufsteigen, ergeben sich erstaunliche Anwendungsgebiete. Der aufsteigende Teil der Senföle kann und wird etwa bei Atemwegserkrankungen wie Nasennebenhöhleninfektionen genutzt. Der in die Blutbahn übernommene Anteil wird über die Niere wieder ausgeschieden und taucht etwa 1-3 Stunden nach Verzehr im Harn wieder auf. Hier hemmen sie das Wachstum bestimmter Bakterienarten, die zu Blasenentzündungen beitragen können.

Der Verzehr von geriebenem Meerrettich oder Wasabi als Paste oder Pulver ist also nicht nur ein geschmackliches Erlebnis, sondern entfaltet gleichzeitg vielfältigen gesundheitlichen Nutzen.

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